Qualitätsmerkmale

Wir pflegen in unseren naturpädagogischen Angeboten den ermutigenden, hirngerechten, kindgerechten demokratischen Erziehungsstil. Wir führen die Gruppe nach den Leitsätzen und Ziele der Spielgruppenpädagogik: Das Kind steht im Mittelpunkt, wählt den Zeitpunkt, vertraut in seine Fähigkeiten, be-greift durch Erfahrung, lernt mit und von anderen Kindern, entdeckt seine Stärken, fühlt sich zugehörig, teilt sich mit und vertraut auf Erwachsene. Wir richten uns nach den Qualitätskriterien des Schweizerischen SpielgruppenleiterInnen Verbandes (SSLV): Es sind immer zwei Leiterinnen, mindestens eine mit Wald- und SpielgruppenleiterInnen-Ausbildungs-Zertifikat, mit dabei, die sich regelmässig weiterbilden.

 

Leitbild

Die frühe Kindheit ist für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes von grosser Bedeutung. Erfahrungen und Gefühle in dieser Zeit formen den Charakter und wirken sich noch im Erwachsenenalter aus. Der Mensch bildet sich in dieser Zeit eine Meinung von sich, den Mitmenschen und der Welt im Allgemeinen. Diese Meinung wird den Lebensstil nachhaltig prägen. Deshalb ist es so ungemein wichtig, in dieser Zeit positive Erfahrungen zu machen. Die Kinder befinden sich noch in einer Phase der intensiven Hirnentwicklung: die sinnlichen Erfahrungen und Gefühle werden als Nervenzellenverknüpfungen im Hirn für das restliche Leben von Bedeutung sein. Der Wald fördert ganzheitlich, d.h. mit allen Sinnen (Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Tasten) werden vielfältige Materialien "be-griffen" und kennen gelernt: Der Boden für späteren Schulerfolg.

"Kinder brauchen andere Kinder! Es ist erwiesen, dass ein Kind sich besser entwickelt, wenn es jeden Tag mehrere Stunden mit anderen Kindern verbringen kann. Denn der Grossteil dessen, was ein Kind lernt, lernt es von anderen Kindern. In der Kleinfamilie fehlen oft diese Entwicklungserfahrungen! Im Vorschulalter wollen Kinder nur wenig angeleitet werden. Sie suchen sich selbst ihre Erfahrungen, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Soziale Kontakte knüpfen und tiefe Freundschaften eingehen ist für das Kind im Spielgruppenalter das Wichtigste." (Remo Largo). Die Spielgruppe stellt dafür den geschützten Rahmen bereit und ermöglicht soziale Erlebnisse: Menschen sind soziale Wesen und können ohne Beziehungen zu anderen Menschen nicht leben oder sich gesund entwickeln. Jedes Kind will dazu gehören und ein wichtiger Teil der Gemeinschaft sein. Diesem Umstand trage ich besonders Rechnung: Verschiedene Aktivitäten und Rituale fördern das Gemeinschaftsgefühl. Jedes Kind wir in seiner Einzigartigkeit akzeptiert und integriert. Seine Stärken werden betont. Durch freundliche und positive Sprache vermittle ich Regeln und Grenzen und gebe jedem Kind die Sicherheit und die Orientierung, die es braucht, um sich zu entfalten. Mit logischen oder natürlichen Konsequenzen (statt Strafen und Drohen) werden diese Grenzen auch durchgesetzt.

Das grösste Kapital, welches ein Kind mit ins Leben nehmen kann, ist ein gutes Selbstwertgefühl. Auf die Weiterentwicklung des Selbstwertgefühls und der Selbstständigkeit in alltäglichen Dingen lege ich grössten Wert. Jede Gelegenheit wird benützt, um diese durch mein ermutigendes Verhalten oder Sprache zu fördern. Die Natur im Verlauf der Jahreszeiten, die Spielkameraden, Fantasie und Kreativität bieten den Kindern eine unerschöpfliche Quelle an Anregungen und Spielmöglichkeiten, stellen aber auch Hindernisse dar, an denen das Kind wachsen kann. Ich werde die Kinder, ihr Verhalten alleine und in der Gruppe, aufmerksam beobachten, um wenn nötig, Impulse zu geben. In die Eigenaktivität der Kinder versuche ich hingegen wenig einzugreifen, um eigenen Lösungen und Ideen Raum zu geben. Ich freue mich schon darauf, daran Teil haben zu dürfen. Phasen von "Langeweile", "Beobachten" und "Träumen" werden von mir als wertvolle Kraftspender geduldet.

 

Wir arbeiten nach dem naturpädagogischen Leitbild
• Phantasie und Kreativität werden durch die Vielseitigkeit der Natur angeregt und gefördert. Auf der Basis von Geborgenheit und Sicherheit können die Kinder die Umwelt entdecken und die Abenteuerlust ausleben, aus erster Hand die Jahreszeiten und deren Auswirkung auf die Natur beobachten.
• Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Tasten werden in der Natur ebenso gefördert wie Fein- und Grobmotorik.
• Die Kinder können ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben. Bewegungsvielfalt fördert die Zusammenarbeit der Hirnhälften, welche eine wichtige Voraussetzung für das spätere schulische Lernen darstellt.
• Gemeinsam möchten wir die Beziehung zur Natur herstellen und vertiefen. Eine natürlich gewachsene, liebevolle Beziehung zur Mitwelt ist das Ziel. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Kinder als Erwachsene mit dieser Mitwelt respektvoll umgehen und sich für diese einsetzen.
• Stille und Muse ist in der heutigen Zeit ungewohnt. Sie ist von unschätzbarem Wert: für die allgemeine Differenzierung des Wahrnehmungsvermögens, für das Finden von Stabilität durch innere Ruhe, für die Förderung der Konzentrationsfähigkeit. In der Natur können wir lauschen und uns für feinste innere und äussere Vorgänge sensibilisieren.

 

Wir haben ein tiefgehendes Interesse für alles Lebendige: Menschen, Tiere und Pflanzen. Unsere Neugierde ist längst nicht gesättigt und wir geben unsere Begeisterung den Kindern weiter. Wir sind gerne regelmässig in der Natur, jedes Mal bietet der Wald oder das Wetter etwas Besonderes.  Wir danken den Eltern, dass sie uns ihre Kinder anvertrauen und wir die jungen Menschen ein Stück auf ihrer Entdeckungsreise in die Welt begleiten dürfen.